Auf ein Wort

Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle.

 

Welch ein Singen, 

Musiziern, Pfeifen, 

Zwitschern, 

Tiriliern! 

Frühling will nun einmarschiern, kommt mit Sang und Schalle.

 

In dem bekannten Frühlingslied von Hoffmann von Fallersleben werden die einheimischen Singvögel als Frühlingsboten besungen. Und in der Tat – sobald die Tage länger und milder werden, klingt das Lied der Vögel auf einmal anders: Die Lebensfreude kehrt zurück und alles lebt auf. Genauso wie die ersten warmen Sonnenstrahlen auch uns hervorlocken – in die Gärten, aufs Fahrrad oder ins Straßencafé. Es tut so gut, dass die dunklen Wintertage endlich vorbei sind und die Natur allmählich zum Leben erwacht und auch unsere Herzen und Sinne wieder aufleben dürfen.

 

In diesem Jahr sollen die Vögel Quelle der Inspiration für unsere Gemeinde sein: Der Seniorengottesdienst am 14. Juni steht unter der Überschrift „… auf Adelers Fittichen“ (Zitat aus dem Lied „Lobe den Herren“, EG 317). Und im August werden Pilgerinnen und Pilger auf dem Engelweg in Richtung Füllenbruch unterwegs sein und sich dabei von den gefiederten Mitgeschöpfen inspirieren lassen (siehe Artikel Seite 13). Was können wir von ihnen lernen? Es ist diese unbeschwerte Lebensfreude, die Leichtigkeit verleiht und die Dankbarkeit über Gottes gute Schöpfung.

 

Über den Heiligen Franz von Assisi wird berichtet, dass er dieses Lied der Schöpfung in ganz besonderer Weise hören konnte. Als er eines Tages auf dem Weg eine große Schar verschiedenster Vögel sah, fing er an, zu ihnen zu predigen: „Meine Brüder Vögel, wie müsst ihr euren Schöpfer loben, der euch Federn als Gewand, Fittiche zum Fliegen und alles gegeben hat, was ihr braucht. Wie hat er euch unter allen Geschöpfen erhöht und in der reinen Luft euch den Lebensbereich geschaffen! Weder sät noch erntet ihr und doch schützt er euch und lenkt euch, ohne dass ihr euch um etwas zu kümmern braucht.“ Es heißt, dass Franz durch die Vogelschar hindurchgehen konnte und keines der Tiere wegflog. Und so segnete Franz von Assisi die Vögel – erfüllt von der Freude über Gottes Schöpfung.

 

Im kirchlichen Festkalender findet diese Freude im Osterfest ihren Ausdruck. Wir feiern die Auferstehung Jesu von den Toten – und damit zugleich den Sieg des Lebens über den Tod. Genauso wie die Frühlingssonne die Natur zum Grünen und Blühen bringt, lässt die Hoffnung unsere Herzen grünen. Dann wird aus einem kleinen Samenkorn ein mächtiger Baum, in dessen Zweigen Vögel wohnen können (vgl. Mk 4,30-32).

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine fröhliche Frühlings- und Sommerzeit!

 

Ihre Pfarrerin Simone Rasch